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Was bedeuten die unterschiedlichen Ordertypen beim Online-Broking?

Nicht nur für Einsteiger sondern auch für Gelegenheitsbroker sind die verschiedene Orderarten im Online-Banking z.B. bei DEGIRO oder Consors verwirrend. Im folgenden erkläre ich euch, was die wichtigsten Ordertypen (=Orderzusätze) wie marketorder, limitorder, stoploss etc. bedeuten.

Was ist ein Orderzusatz?

Orderzusätze (oder Handelsoptionen) sind Begriffe der Börsenusancen (=Handelsbräuche), die eine Wertpapierorder genauer bezeichnen und bestimmte Bedingungen stellen, unter denen diese Order ausgeführt werden soll.

Was ist eine Market Order?

Anders als eine Limit-Order wird eine Market-Order asap ausgeführt. Dabei bedeutet der bei Kaufordern übliche Zusatz “Billigst” (englische Bezeichnung “best bid”), dass der momentan für den Käufer beste (=niedrigste oder billigste) Preis auf der momentanen Handelsplattform akzeptiert wird, während der bei Verkaufsordern übliche Zusatz „Bestens“ (englisch „best ask“) bedeutet, dass der in diesem Augenblick beste (=höchste) Verkaufspreis akzeptiert wird. Die Market-Order ist die einfachste Ordervariante und sorgt für die sofortige Ausführung der Order.

Was ist eine Limit Order?

Beim Kauf ist eine Limit-Order eine Vorgabe, erst zu handeln, wenn der Preis auf der gewählten Handelsplattform ein bestimmtes Level (=Limit) erreicht hat, welches sinnvollerweise unter dem aktuellen Preis liegt.  Beim Verkauf wird die Order erst ausgeführt, wenn der gewählte Limit-Preis, der sinnvollerweise über dem momentanen Preis liegt, erreicht wird. Die Limit Order Level ist also das Maximum zu dem Sie kaufen möchten oder das Minimum, zu dem Sie verkaufen möchten. Eine Limit-Order ermöglicht ein zeitverzögertes Kaufen bzw. Verkaufen mit dem Risiko, dass der Auftrag gar nicht ausgeführt wird, wenn die Bedingungen nicht erfüllt werden.

Was ist eine Stop-Loss-Order?

Eine Stop-Loss-Order (oder Stop-Market-Order) ist im Grunde das Gegenteil der Limit-Order. Der Verkauf einer Position wird dabei unlimitiert ausgeführt, wenn ein bestimmter Kurs unterschritten wird. Der Sinn einer Stop-Loss-Order liegt in der Vermeidung größerer Verluste bei einem Kursrückgang, daher sollte der Stop-Loss bei steigenden Kursen „nach oben nachgezogen“ werden.

Beim Kauf (=Stop-Buy-Order, neuerdings Start-Buy-Order) wird die Kauforder unlimitiert ausgeführt, sobald ein bestimmter Kurs überschritten wird. Der Sinn einer Start-Buy-Order ist dabei die Überzeugung, dass Kurse beim Überschreiten einer bestimmten Höhe weiter steigen werden. Hier ist ein Nachziehen „nach unten“ möglich.

Was ist eine Stop-limit-Order?

Eine Stop-Limit-Order ist eine Kombination aus Stop-Order und Limit-Order. Beim Verkauf: Durch das Sinken auf das gewählte Stop Loss wird eine Limit-Order erstellt, die gleich oder niedriger wie der Stop-Loss-Wert eingestellt werden kann. Nur wenn die Wertpapiere zu mindestens diesem Kurs verkauft werden können, wird die Verkaufsorder ausgeführt. Ziel ist die Vermeidung von Verlusten durch einen kurzfristig stark fallenden Kurs. Risiko: Eine Stop-Limit-Order wird bei Erreichen des Stop-Loss nicht zwangsweise ausgeführt.

Beim Kauf setzt man eine Start-Buy-Order auf einen bestimmten Wert. Bei Erreichen des Kurses wird der Kauf nur ausgeführt, wenn auch das Limit erreicht wurde. Ziel: Absicherung gegen zu hohen Einstiegskurs. Risiko: Verpassen des Einstiegs bei einem Kurssprung nach oben.

Was ist eine Trailing-Stop-Order?

Eine Trailing-Stop-Order ist eine dynamische Stop-Loss-Order. Als Verkaufsorder gibt man einen Stop-Loss–Kurs sowie einen Abstand an (meist in Euro und als Prozentwert möglich). Wird der Stop-Loss erreicht, wird die Order billigst (=sofort) ausgeführt. Steigt der Kurs dagegen, erhöht sich der Stop Loss so, dass der Abstand gewahrt bleibt. Ziel: Bei steigenden Kurs muss der Stop Loss nicht von Hand angepasst werden. Bei fallenden Kursen ändert sich dagegen nichts am Stop-Loss.

Beim Kauf: Es wird eine Start-Buy-Order gesetzt und ein Abstand gewählt. Sofern der Kurs des Wertpapiers fällt, wird die Start-Buy-Order dynamisch nach unten angepasst, um dann billigst ausgeführt zu werden, wenn der Start-Buy-Kurs erreicht wird. Nach oben erfolgt wieder keine Anpassung. Ziel: Bei fallenden Kursen einen möglicherweise besseren Einstiegskurs erhalten.